Startseite
Demokratie des Internets
Das Internet ist ein Segen. Aber auch ein Fluch. Segen, weil man in Nullkommanix alles findet, was man sucht und weltweit kommunizieren kann, Fluch, weil die Quellen für so manche Information dubios sind und man schon sehr genau hinschauen muss, wem oder was man Glauben schenken sollte. Ich arbeite gerade an einem neuen Buch, von dem ich hoffe, dass es im Laufe des Sommers erscheinen wird, und weiß, wovon ich rede. Tausend Informationen - doch jede will kritisch begutachtet werden. Unter "Fluch" ordne ich auch ein, dass sich Jedermann unkontrolliert äußern kann. Schauen Sie sich zum Beispiel auf Amazon die jüngsten Kritiken zu meinem Buch an - da verschlägt es einem die Sprache. Nicht, weil hier jemand Kritik übt. Kritik an sich ist eine gute Sache, wenn sie durchdacht ist, konstruktiv und trotz allem motivierend. Kritik regt, wenn sie gut und objektiv ist, an zum Nachdenken, Neuordnen und Bessermachen. Hier aber sind Menschen am Werk, die nichts verstehen, boshaft sind und im Grunde nichts und niemanden respektieren. Sie äußern sich und machen nieder, einfach, weil sie meinen, dass ihnen dies zustünde. Das ist eben die andere Seite der Medaille - und jeder, der das Internet zum Guten nutzt, muss mit diesen dunklen Seiten auch zurecht kommen. Ich gestehe: Ich habe Mühe damit. Und zwar - unabhängig von meinen eigenen Belangen - überall dort, wo es polemisch, unfair und ruppig zugeht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Anonymität des webs gerade jene aus der Reserve lockt, die sonst nichts zustande bringen im Leben, die sich nur dann aus dem Hinterhalt wagen, wenn es ohne Konsequenzen bleibt. Endlich kann man all jenen, die erfolgreicher sind als man selbst, zeigen, wo es lang geht. Mit einem Klick. Wissen Sie, wie ich das finde? Feige und erbärmlich. Und Sie?

Kommentare
Zwei Seiten sind eine zuviel
Na, so leicht kann man es sich nun auch wieder nicht machen. Der Umgang mit offenen Medien wie dem Internet setzt auch ein gewisses Verantwortungsgefühl voraus - das ist eben bei vielen Menschen Fehlanzeige. Diese toben ihr nicht vorhandenes Selbstbewusstsein, ihre Hassgefühle, ihre Erfolglosigkeit, ihren Neid und ihre Rachsucht im Internet aus. Man sollte sich eigentlich nur noch dort verbreiten, wo ein Forum auch moderiert ist und der Schwachsinn gnadenlos raus fliegt. Und auch Betreiber wie Amazon und andere sollten sich überlegen, ob die Möglichkeit der Bewertung nicht einfach missbraucht wird. Dieses Land ist - nach meiner Meinung - nämlich nicht reif für Demokratie. Nirgends. Olga Masch, Berlin
Zwei Seiten
Wer mit den Sonnenseiten des Internet leben möchte, muss eben auch lernen, mit den Schattenseiten zurecht zu kommen. So ist das nun mal - da hilft auch kein Lamentieren. K.J.
Indiskutabel
Sie sagen es. Jeder Dummkopf - ich nenne es mal so wie es ist - kann sich hemmungslos austoben. Feige, unfair, unqualifiziert - einfach bodenlos. Sie sollten mal auf gewisse Foren gehen - es wird einem nur noch schlecht, wenn man sich diese ansieht. Typischerweise trauen sich diese Gestalten - wie Sie auch schreiben - nie aus der Deckung, keine "real names", alles nur immer hinter Masken. Ich habe für mich beschlossen: Ich lasse die Finger davon. Habe übrigens auch die Rezensionen zu Ihrem tollen Buch gelesen. Das können nur irgendwelche geistigen Tiefflieger sein, die ebenso boshaft wie dumm sind. Anders lässt sich sowas nicht erklären. Wenn jemand zu dämlich ist, ein Buch zu verstehen, ist das seine Sache und auch zu verzeihen (mein Gott, der Grips reicht halt nicht immer!), dass er aber deshalb ein Buch runter macht, verdient eine Ohrfeige. Schade, dass das via Internet noch nicht möglich ist. Nicht ärgern, nur wundern. Annleliese Müller, Bad Tölz
Kommentar hinzufügen