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Mais und Pisco Sour

Chile ist ein tolles Land - auch wenn es dort streckenweise so aussieht wie in Bayern und man sich somit die Frage stellt, warum man dafür fast 13 000 km reisen musste ... Es gibt den Pazifik, sagenhaft schöne Vulkane, prächtige Flüsse und Seen, pittoreske Orte, zahlreiche Weingüter, eine Wüste im Norden, Patagonien ganz im Süden - und eine Menge sehr freundlicher und höflicher Bewohner. Und es gibt Mais- und Bohnengerichte sowie Pisco sour. Letzteres ist sozusagen der "Nationaldrink" der Chilenen, den man als Aperitiv zu sich nimmt (vor jedem Essen, versteht sich). So ist man etliche Stunden am Tag überdurchschnittlich gut gelaunt ... Pisco sauer (gemischt aus Tresterbrand, Limonensaft, Puderzucker, Eiswürfel und Eiweiß) schmeckt nicht nur, er macht süchtig und ..., sehr zu meinem Bedauern, er macht sich sofort auf den Hüften breit. Ich musste das bereits nach wenigen Tagen feststellen - vor allem in Kombination mit den deftigen Mais- und Bohnenintöpfen, den in Fett gebackenen Teigtäschchen sowie vielen anderen chilenischen Spezialitäten ist die Auswirkung prompt und spürbar ... Nun musste ich mich entscheiden, da ja direkt im Anschluss an meinen Urlaub die wdr-Sendung (21.2.) anstand (siehe unten): Wollte ich mich in meinem Urlaub kasteien, damit ich in der Talkshow "gut rüberkomme" - oder einfach genießen? Ich habe mich für letzteres entschieden ... und werde die zwei Urlaubskilos wieder schnell  los sein. Ein paar Tage Disziplin, das war's dann schon auch. Aufgefallen sind mir in Chile übrigens die zahlreichen dicken Kinder. Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen scheint sich zu einem globalen Phänomen auszuweiten. Ein Trend, der sorgenvoll werden lässt - und ein Thema, mit dem sich nicht nur Eltern und Schulen, sondern auch die Gesellschaft insgesamt auseinander setzen sollte.

Kommentare

Pisco sour - sweet devil

Ich war vor einem Jahr in Chile und mir ging es wie Ihnen: Ich trank Pisco sour kübelweise. Das Zeug schmeckt einfach super, man ist eigentlich dauergutgelaunt ... aber zuhause dann der Schock. Nach vier Wochen hatte ich 5 Kilo (!) zugelegt, Und nachdem ich nicht allzu viel aß (mir schmeckte eigentlich sehr wenig), konnte ich das nur auf das "zuviel" meines Lieblingsgetränks zurückführen. Ich brauchte mehrere Wochen bis ich das Gewicht wieder im Griff hatte. Aber ... bereut habe ich das Ganze trotzdem nicht ... Pisco sour gehört zum dortigen Lebensgefühl ... also ...

Stimmt nicht ganz

Habe die wdr-Sendung auch gesehen. Ganz abgesehen davon, dass ich fand, dass Frau von L. viel zu oft zu Wort kam, war das, was sie sagte, teilweise schon richtig. Ob ein Verein gegen Dickendiskriminierung tatsächlich sinnvoll ist, bezweifle ich. Ich halte das Ganze für kontraproduktiv. Was mich auch gestört hat, war die Tatsache, dass Frau von L. die gesundheitlichen Folgen des Dickseins ignoriert. Heute ist sie noch jung, aber morgen wird sie es merken. Robert Meister, Wasserburg

Ich sehe es ebenfalls so wie

Ich sehe es ebenfalls so wie Robert Meister und habe das Problem mit dem Alter und den (noch) nicht eingetretenen Folgeerkrankungen im anderen Blog-Thema bereits erläutert. Ebenfalls konform gehe ich mit der Aussage, ob ein Verein gegen Dickendiskriminierung für die sicher nicht zu unterschätzenden gesundheitlichen Auswirkungen, letztendlich nicht kontraproduktiv ist. Das wäre dann die "Wohlfühlwelt" die eben nicht geschaffen werden sollte, da es auf lange Sicht gesehen wichtig ist, sehr starkes Übergewicht zu reduzieren. Und Frau v. L. hat nun mal nicht nur ein paar wenige Kilos zuviel, so dass der gesundheitliche Aspekt vor dem Aspekt der Attraktivität steht. Letztgenanntes liegt sowieso im Auge des Betrachters.

Ganz so negativ wie Frau Kanz möchte ich jedoch Frau von Liebenstein nicht sehen. Sie hat Power und ein enormes Selbstbewusstsein und sie hat ganz sicherlich keine Depressionen wegen ihres Dickseins. Ich selber konnte mich zwar all die Jahre mit meinem Gewicht arrangieren, eben weil ich es mir nie zutraute, hier was Elementares zu bewegen, aber ich konnte mich nie wirklich akzeptieren. In welchem Ausmaß, das merke ich jetzt erst, seit ich weniger wiege und ich mich in vielen Dingen anders benehme und freier bin, was auf den ersten Blick nicht mal in einem direkten Zusammenhang mit dem Gewicht steht, sondern einfach mit der Selbstakzeptanz. Trotzdem bewunderte ich damals und auch heute noch Menschen, die trotz ihrer Pfunde ein derartiges Selbstbewusstsein an den Tag legen und eben doch mit sich und seinem Körper im Reinen sind. Und weil ich eben nie so war wie Frau v. Liebenstein fühle ich mich durch Frau Schaller deutlich besser vertreten. Ein weiterer wesentlicher Punkt was für die Wertschätzung von Frau Schaller spricht - und ich frage mich sogar, ob das der Grund ist, warum ihr so eine Welle der Symphatie entgegenschlägt - ist folgender. Dieses Klischee "dumm und dick" ist in den Köpfen verankert und ich weiß nicht, wie es den anderen geht, aber ganz tief auch nach wie vor in meinem eigenen Kopf. Denn es ist nun mal nicht sonderlich intelligent so maßlos zu essen, dass es zu einem so hohen Gewicht kommt. Jeder Übergewichtige weiß, dass es unvernünftig ist, dass es falsch und eben auch wirklich dumm ist, so viel Essen in sich reinzustopfen. Es waren nie die genussvollen Essen, die mir ein schlechtes Gefühl bereitet haben, sondern das maßlose in sich Reinstopfen, wenn nicht Hunger das Problem war. Und Frau Schaller hat sich vermutlich in den Situationen als "der Wolf kam", auch nicht sonderlich toll gefühlt, sondern schwach, hilflos und vielleicht auch letztendlich dann in dieser Situation wirklich dumm. Diese Macht, die in dem Moment das Essen über einen hat, der ansonsten selber stark ist, sein Leben meistert, ansonsten mit beiden Beinen fest im Leben steht und die Zügel gerne selber in der Hand hat, dieser Macht steht man in dem Moment hilflos gegenüber. Und da kommt man sich schwach und eben auch irgendwo richtig dumm vor.
Frau Schaller ist für mich selber deshalb Vorbild, weil mir hier eine intelligente, erfolgreiche und warmherzige Frau aufzeigt, dass sie genau dieselben "dunklen Seiten" in ihrem Leben hatte/hat und niemand verkörpert für mich selber mehr als sie, dass dick eben tatsächlich nicht dumm ist. Und das zu erkennen, ist der erste Schritt dem Essen nicht mehr diese Macht über sein Leben zu geben.

Liebe Grüße
Doris

Hat man nicht gesehen!

Ich habe mir die wdr-Talkshow am Sonntag angesehen und kann nur sagen: Sie haben mir am besten von allen gefallen: charismatisch, ehrlich, authentisch. Die militant-verbissene Liebenstein tat den Dicken keinen Gefallen. Wie kann man nur so einseitig argumentieren, obendrein humorlos und rechthaberisch, Außerdem nimmt sie Dicken jeglichen Mut und schafft weiter Depression. Ich würde mich dieser Frau und ihrem Verein nie im Leben anvertrauen. Übrigens: Pisco sour und Chile-Essen sah man Ihnen nicht an ,,, Sie sahen toll aus.
Herzliche Grüße von Ulrike Kanz aus Mainz

Hat man nicht gesehen!

Ich habe mir die wdr-Talkshow am Sonntag angesehen und kann nur sagen: Sie haben mir am besten von allen gefallen: charismatisch, ehrlich, authentisch. Die militant-verbissene Liebenstein tat den Dicken keinen Gefallen. Wie kann man nur so einseitig argumentieren, obendrein humorlos und rechthaberisch, Außerdem nimmt sie Dicken jeglichen Mut und schafft weiter Depression. Ich würde mich dieser Frau und ihrem Verein nie im Leben anvertrauen. Übrigens: Pisco sour und Chile-Essen sah man Ihnen nicht an ,,, Sie sahen toll aus.
Herzliche Grüße von Ulrike Kanz aus Mainz

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