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Dr. Angelika Schaller's blog

"Dir gehts gut!"

Heute hörte ich wieder einen Satz, auf den ich langsam allergisch reagiere. Eine Freundin klagte mir ihr Leid: Mit dem Abnehmen klappt es nicht, mit dem Job auch nicht, die Eltern werden alt und klapprig und die Liebe lässt sich auch nicht blicken. Zugegeben - das volle Programm. Mein Mitleid hielt sich dennoch in Grenzen, weil besagte Freundin immer nur jammert und nie ein Problem wirklich anpackt. Vielleicht habe ich also ein wenig allzu lahm reagiert - jedenfalls kam irgendwann wie aus der Pistole geschossen: "Du hast gut reden! Dir geht es ja gut!" Woher weiß sie das denn so genau? Weil ich einen Job habe? Einen Mann? Eltern, die zwar alt sind, sich aber noch gut zu helfen wissen? Reichen diese Fakten für diese Aussage? Liebe P. - nein, es geht mir derzeit NICHT gut, denn es gibt  Befindlichkeiten, die ich nicht vor mir hertrage, die ich nicht jedem zumute und die ich einfach für mich behalten will. Also, eiinfach ein wenig vorsichtiger sein mit der vorschnellen Annahme "Dir geht es ja gut!"

Gottes leere Hand

Noch einen aktuellen Buchtipp habe ich: "Gottes leere Hand" von Marianne Efinger, erschienen im Bookspot Verlag (19,80 €). Ein kluges Buch, ein gutes Buch, ein Buch, das nachdenklich stimmt - und Fragen wie "Dauerdiäten" doch ziemlich traurig aussehen lässt. Worum geht es? Der Wissenschaftsjournalist Manuel Jäger wurde mit Glasknochen geboren und landet zum x-ten Mal in seinem Leben dort, wo er nicht sein will: im Krankenhaus. Dort lernt er die Krankenschwester Dagmar kennen, die ihn eigentümlich fasziniert, weil sie ihn an seine bei einem Unfall getötete große Liebe Lenora erinnert. Doch sein Aufenthalt im Marienhospital steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Als er sich eine Erkältung zuzieht, die für ihn lebensgefährlich ist, da er wegen seiner Glasknochen den Schleim nicht abhusten kann, beginnt für Manuel ein Kampf auf Leben und Tod.Nach einem akuten Anfall von Atemnot findet sich Manuel Jäger in der Notaufnahme des Marienhospitals wieder. Aufgrund seiner Glasknochen war er schon oft in Krankenhäusern und will dort nicht bleiben, doch sein bester Freund Lothar besteht darauf, dass er sich gründlich untersuchen lässt. Von Anfang an läuft für Manuel alles schief: Nach dem Röntgen vergisst man ihn auf einem zugigen Flur, eine Lernschwester wendet ein Medikament falsch an und er wird in ein Dreibettzimmer mit ungehobelten Mitpatienten gepfercht. Ignorante Ärzte, überforderte Krankenschwestern und die Patienten mit ihren Nöten bestimmen den Alltag auf der Station. Einzig in der Krankenschwester Dagmar findet Manuel eine Seelenverwandte, nicht zuletzt, weil sie ihn an seine verstorbene Verlobte Lenora erinnert. Doch er kann diese Vertrautheit nicht lange genießen, da er sich bei einem Sturz den Arm bricht und deshalb kurzfristig auf die Chirurgie verlegt wird. Dadurch wird übersehen, dass er sich eine Erkältung zugezogen hat, die für ihn lebensgefährlich werden kann. Manuels Gesundheitszustand verschlechtert sich dramatisch, bis er erkennt: Ohne Hilfe der Medizin kann er nicht überleben, in einem hektischen, entseelten Krankenhausbetrieb kann er es aber auch nicht mehr. Da taucht der geheimnisvolle demenzkranke Wendelin Weihrauch auf und lehrt ihn eine wertvolle Lektion über das Leben und den Tod. Das Buch ist für mich deshalb ein starker Stoff, weil es einem die Augen öffnet über die so genannten "Behinderten". Marianne Efinger wendet sich diesen (vermeintlich) Benachteiligten zu und lässt uns durch die Hauptfigur erkennen, dass man trotz schwerer Krankheit ein sehr erfülltes, ja glückliches Leben führen kann. Das "Handicap" existiert somit nur im Auge des Betrachters. Im Roman sehen die "Normalen" dies natürlich anders, selbst die besten Freunde verstehen die Hauptfigur nicht wirklich, so dass der Kranke im Grunde immer einsam bleibt - ein existentielles Grundthema. Das Innenleben kann dem Glasknochenmann jedoch niemand nehmen, und dieses Innenleben schildert uns die Autorin als reich, schön und lebensklug. Das "Drumherum" in diesem Roman, die schnörkellose, nüchterne und realistische Beschreibung eines Krankenhauses, macht das Buch noch lesenswerter, da man eine Menge erfährt über den Betrieb, seine Strukturen, Schwächen, Stärken und die Menschen, die hinter all dem stehen. Prädikat: unbedingt lesenswert!

Für Sparfüchse

Wer knapp bei Kasse ist und dennoch ein paar Kilo auf leichte und schnelle Weise abnehmen will, dem sei das Buch von Wolfgang Elsner empfohlen: "Fatburner - die 100 besten ALDI-Rezepte" (Ullstein-Verlag). Das Büchlein ist zwar schon älter, enthält aber alles, was man braucht: Von der 4-Wochen-Familien-Diät, über Vorschläge für Singles oder Vegetarier - und obendrein noch Walking-Ratschläge. Die Rezepte selbst sind einfach und schnell zuzubereiten, ein entscheidender Faktor. Nichts ist nerviger für eine "Multitasking"-Frau als stundenlang an Gerichten herumzufeilen, bis sie "sitzen".

Gewissenskonflikte

Heute ist ein blöder Tag. Ich habe schlecht geschlafen, obendrein quälen mich furchbare Kopfschmerzen. Am meisten quält mich aber die Frage "Büro, ja oder nein"? Und darüber ärgere ich mich. Mein anerzogenes Pflichtgefühl setzt oft alles andere schachmatt - und so schleppe ich mich auch dann noch ins Büro, wenn andere längst das Bett hüten. Überhaupt andere ... viele haben überhaupt kein Problem damit, bei jedem Kinkerlitzchen daheim zu bleiben, bevorzugt an Montagen und Freitagen - und ich stelle mich jedes Mal an, als gelte es das Land zu retten. Halte ich mich einfach nur für unersetzbar oder was ist das? Vermutlich hat das Ganze lediglich mit schlechtem Gewissen zu tun, mit dem Gefühl, Kollegen im Stich zu lassen und immerzu perfekt funktionieren zu müssen. Ich bin gerade dabei, mir mehr gesunden Egoismus anzutrainieren, denn Aufopferung wird nur sehr selten gedankt. Wenn morgen etwas mit mir geschieht, kräht kein Hahn nach mir. Also: Ich bleibe heute im Bett ... wenn auch nur bis Mittag ...

Kurswechsel

Das Leben ist zu schön und zu kurz, um sich immer nur mit dem Thema "Essen, Gewicht und Abnehmen" zu beschäftigen. Wir alle sollten das Thema, das uns so viel Energie raubt, endgültig aus unserem Kopf kippen, um wieder entspannt leben zu können. Deshalb möchte ich heute eine Kursänderung meines blogs bekannt geben. Hier sollen alle Themen Einzug finden, die uns moderne Frauen von heute interessieren und betreffen: Arbeitswelt, Familie, Mode, Psychologie, Freizeit - einfach alles! Wenn dann hin und wieder auch das Thema aller Themen (Gewicht!) aufploppt, dann gerne ... aber eben nicht nur. Denn unser aller Leben ist mehr als das!

Da bin ich wieder ...

Meine Güte ... der letzte Eintrag auf dieser Seite liegt schon eine ganze Weile zurück, aber es ist auch viel geschehen in dieser Zeit. Zunächst einmal: Ich bin - endlich ! - fertig mit meinem Buch. Das heißt fast ... Das Buch gibt es zwar noch nicht, aber es geht nun seinen Weg in die Produktion. Davor lag der ganz normale Wahnsinn: Wie immer alles auf den letzten Drücker abgegeben, dann nochmals alles gelesen, obwohl man den (Fehler-)Wald vor lauter Bäumen nicht (mehr) sieht. Zum Glück hatte ich im Hinblick auf Korrekturen eine gestandene Lektorin und Verlagskollegin zur Seite, die souverän die vielen Fehler herausfischte; dann müssen noch Titel und Innenlayout festgelegt und jede Menge buchhändlerische Kleinarbeit berücksichtigt werden. Es gibt bei der Herstellung eines Buches wirklich unglaublich viele Arbeitsschritte. Und HEUTE hielt ich das Buch schließlich zum letzte Mal in seiner Rohfassung in der Hand, nun geht es nochmals ins Layout und sodann in Druck, damit es rechtzeitig zur Buchmesse Anfang Oktober fertig ist. Übrigens werde ich dann auch selbst zumindest einige Tage auf der Buchmesse sein. Und hier ein paar Infos für alle, die sich für mein neues Buch interessieren - es heisst: "Salatblatt und Schokoherz. 99 Tipps für ein leichteres Leben" und wird wieder im bewährten bookspot Verlag erscheinen. Einfach Mitte/Ende Oktober mal bei Amazon reinschauen, ob es schon geliefert werden kann (auch das ist immer eine Geschichte für sich ...). Den Titel habe ich übrigens deshalb so gewählt, weil für mich heute das Essen zwar immer wohl bedacht sein will (hier kommt also die Vernunftkomponente ins Spiel, das "Salatblatt"), aber Essen eben auch (und vor allem!) Freude und Genuss bedeuten ("Schokoherz").

Und was gab es sonst noch? Wenn ich nicht irgendwie an meinem Buch saß, war ich auf Reisen oder hatte sonstwie viel am Hals. Das Leben ist eben alles andere als langweilig!

Demnächst wieder mehr

Die treuen Leserinnen meines Blogs werden schon festgestellt haben, dass es im Moment ein wenig mager mit neuen Einträgen ist. Aber: Ich habe einen guten Grund. Mein Verleger drängt, dass ich mein zweites Buch zum Abschluss bringe (Tipps, Tipps, Tipps ... rund um's Abnehmen) - und ich MUSS das bis Ende Mai geschafft haben, sonst gibt es Ärger ... Ich melde mich also wieder, wenn ich alles hinter mir habe.

Nicht um jeden Preis

Studien belegen glaubwürdig, dass, wer ständig mit einem Minimum an Essen auskommt, deutlich älter wird. Genau da gibt es für mich eine Grenze. Ja, wir sollten abnehmen, damit wir uns besser, wohler und attraktiver fühlen, vor allem aber fitter und gesünder. Nein, wir wollen nicht als zaundürre Zombies durch die Welt laufen, ohne Genuss, ohne gutes Essen, ohne lustvollen Umgang damit. Nicht die Jahre, die wir auf dem Buckel haben, zählen, sondern deren Qualität. So gesehen: Ein Plädoyer für den Schokokuchen (hin und wieder ...)

Finger weg von Pillen!

Schlankheitspillen, Appetitzügler und sonstige Wundermittel sollten Sie meiden. Sie lösen nämlich kein Problem, sondern lassen neue entstehen. Vor allem gesundheitliche. Und: Weder ein operativer Eingriff noch die vielen "happy pills" werden die Ursachen des Essens aufspüren, sondern lediglich die Oberfläche kosmetisch kaschieren. Wer also dauerhaft abnehmen will, sollte die Finger von den Hilfsmitteln lassen. Nachdem es gerade über diesen Punkt sehr viel zu sagen gibt, werde ich ihn in meinem nächsten Buch aufgreifen. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Pillen& Co?

Demokratie des Internets

Das Internet ist ein Segen. Aber auch ein Fluch. Segen, weil man in Nullkommanix alles findet, was man sucht und weltweit kommunizieren kann, Fluch, weil die Quellen für so manche Information dubios sind und man schon sehr genau hinschauen muss, wem oder was man Glauben schenken sollte. Ich arbeite gerade an einem neuen Buch, von dem ich hoffe, dass es im Laufe des Sommers erscheinen wird, und weiß, wovon ich rede. Tausend Informationen - doch jede will kritisch begutachtet werden. Unter "Fluch" ordne ich auch ein, dass sich Jedermann unkontrolliert äußern kann. Schauen Sie sich zum Beispiel auf Amazon die jüngsten Kritiken zu meinem Buch an - da verschlägt es einem die Sprache. Nicht, weil hier jemand Kritik übt. Kritik an sich ist eine gute Sache, wenn sie durchdacht ist, konstruktiv und trotz allem motivierend. Kritik regt, wenn sie gut und objektiv ist, an zum Nachdenken, Neuordnen und Bessermachen. Hier aber sind Menschen am Werk, die nichts verstehen, boshaft sind und im Grunde nichts und niemanden respektieren. Sie äußern sich und machen nieder, einfach, weil sie meinen, dass ihnen dies zustünde. Das ist eben die andere Seite der Medaille - und jeder, der das Internet zum Guten nutzt, muss mit diesen dunklen Seiten auch zurecht kommen. Ich gestehe: Ich habe Mühe damit. Und zwar - unabhängig von meinen eigenen Belangen - überall dort, wo es polemisch, unfair und ruppig zugeht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Anonymität des webs gerade jene aus der Reserve lockt, die sonst nichts zustande bringen im Leben, die sich nur dann aus dem Hinterhalt wagen, wenn es ohne Konsequenzen bleibt. Endlich kann man all jenen, die erfolgreicher sind als man selbst, zeigen, wo es lang geht. Mit einem Klick. Wissen Sie, wie ich das finde? Feige und erbärmlich. Und Sie?

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