Das Internet ist ein Segen. Aber auch ein Fluch. Segen, weil man in Nullkommanix alles findet, was man sucht und weltweit kommunizieren kann, Fluch, weil die Quellen für so manche Information dubios sind und man schon sehr genau hinschauen muss, wem oder was man Glauben schenken sollte. Ich arbeite gerade an einem neuen Buch, von dem ich hoffe, dass es im Laufe des Sommers erscheinen wird, und weiß, wovon ich rede. Tausend Informationen - doch jede will kritisch begutachtet werden. Unter "Fluch" ordne ich auch ein, dass sich Jedermann unkontrolliert äußern kann. Schauen Sie sich zum Beispiel auf Amazon die jüngsten Kritiken zu meinem Buch an - da verschlägt es einem die Sprache. Nicht, weil hier jemand Kritik übt. Kritik an sich ist eine gute Sache, wenn sie durchdacht ist, konstruktiv und trotz allem motivierend. Kritik regt, wenn sie gut und objektiv ist, an zum Nachdenken, Neuordnen und Bessermachen. Hier aber sind Menschen am Werk, die nichts verstehen, boshaft sind und im Grunde nichts und niemanden respektieren. Sie äußern sich und machen nieder, einfach, weil sie meinen, dass ihnen dies zustünde. Das ist eben die andere Seite der Medaille - und jeder, der das Internet zum Guten nutzt, muss mit diesen dunklen Seiten auch zurecht kommen. Ich gestehe: Ich habe Mühe damit. Und zwar - unabhängig von meinen eigenen Belangen - überall dort, wo es polemisch, unfair und ruppig zugeht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Anonymität des webs gerade jene aus der Reserve lockt, die sonst nichts zustande bringen im Leben, die sich nur dann aus dem Hinterhalt wagen, wenn es ohne Konsequenzen bleibt. Endlich kann man all jenen, die erfolgreicher sind als man selbst, zeigen, wo es lang geht. Mit einem Klick. Wissen Sie, wie ich das finde? Feige und erbärmlich. Und Sie?